Selenskyj will nach der Kongresswahl auf ein neues US-Hilfspaket hinarbeiten und um 16 Milliarden Dollar gestoppte Hilfe kämpfen
Im Interview mit dem Sender TSN sieht der ukrainische Präsident nach der Wahl steigende Chancen auf zusätzliche Hilfe aus den USA.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich am 5. November in einem Interview mit dem ukrainischen Sender TSN zu weiterer Hilfe der USA nach der Kongresswahl geäußert. Grundlage sind Projektionen, nach denen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht. Der neue Kongress tritt am 3. Januar 2027 zusammen.
Laut TSN (veröffentlicht 19:27 Uhr MEZ) wurde er gefragt, ob die Ukraine nach dem Sieg der Demokraten ein neues Hilfspaket bekommen kann, das erste seit April 2024. Selenskyj sagte, die USA hätten zuvor 16 Milliarden Dollar Hilfe für die Ukraine gestoppt. Für diese Summe müsse die Ukraine mindestens kämpfen, für alles bisher Gegebene sei man dankbar. An einem neuen Paket müsse man arbeiten: „Ми повинні над цим працювати“ (Wir müssen daran arbeiten). Die Demokraten nennt er in seinen Antworten nicht, den Bezug zur Wahl stellt die Frage her.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform (21:35 Uhr MEZ) sagte Selenskyj im selben Interview außerdem, die Ukraine müsse sich schnell auf die neue politische Lage in den USA einstellen. Sie solle die Unterstützung bündeln, die sie in beiden Parteien habe, und den Dialog der neuen Kräfteverteilung anpassen. Die Chancen auf zusätzliche Hilfe der USA könnten jetzt steigen.
Am Vortag hatte Selenskyj im ZDF auf mehr Hilfe des Kongresses gehofft, Außenminister Sybiha erwartet neue Schritte der USA. Der Kreml erwartet dagegen keine Änderung des US-Kurses zur Ukraine. Es ist die Sichtweise der ukrainischen Regierung. Weitere Reaktionen stehen unter Meldungen, was der neue Kongress ab Januar kann, im Ablauf.