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Midterms 2026

Europas Rechtspopulisten gehen nach der Kongresswahl auf Abstand zu Trump und machen vor allem den Iran-Krieg verantwortlich

Bardella, Weidel, Salvini, Vannacci, Abascal und Farage erklären die Niederlage der Republikaner mit Krieg und Lebenshaltungskosten, Rumäniens AUR hält dagegen.

Rechtspopulistische Parteien in Europa lesen die Kongresswahl als Warnung, ohne Trump direkt anzugreifen. Grundlage sind Projektionen, nach denen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht.

Die Nachrichtenagentur Reuters hat Stimmen aus mehreren Ländern gesammelt, veröffentlicht auf Spanisch bei Yahoo Noticias (13:35 Uhr MEZ). Danach meiden die meisten Parteichefs offene Kritik an Trump und führen die Niederlage auf den Iran-Krieg und die Lebenshaltungskosten zurück:

  • Frankreich: Jordan Bardella, Vorsitzender des Rassemblement National, sagt, die US-Intervention im Iran habe sehr schwere Folgen für die Weltwirtschaft. Trump nennt er dabei nicht. Kaufkraft sei die oberste Priorität.
  • Deutschland: AfD-Chefin Alice Weidel sagt, Trump habe eine nicht interventionistische Außenpolitik versprochen. Laut t-online (4. November, 10:26 Uhr MEZ) sei dieses gebrochene Versprechen den Republikanern „auf die Füße gefallen“. Die Kriege im Iran und in der Ukraine sollten so schnell wie möglich enden.
  • Italien: Lega-Chef Matteo Salvini sieht die Wahl von Kriegen, Spannungen und Lebenshaltungskosten bestimmt. Roberto Vannacci, Chef der Partei Futuro Nazionale, sagt, Trump habe die Erwartungen nicht erfüllt.
  • Spanien: Vox-Chef Santiago Abascal sagt, ihn interessiere die Lage in Spanien, nicht in Michigan.
  • Großbritannien: Reform-UK-Chef Nigel Farage nennt das Ergebnis laut Reuters eine „derrota total y absoluta“ (totale und absolute Niederlage). Krieg und Spritpreise hätten junge Trump-Wähler vertrieben.
  • Rumänien: Dan Dungaciu von der Partei AUR hält dagegen. Berichte über Trumps politisches Ende seien stark übertrieben.

Der britische Guardian kommt in einer Analyse seines Europa-Korrespondenten Jon Henley, übernommen von AOL (zuletzt aktualisiert 14:52 Uhr MEZ), zu einem ähnlichen Bild. Trumps Kurs in Migrations- und Kulturfragen finde bei Europas Rechten weiter Zustimmung. Sein Auftreten, seine Zölle und seine Unberechenbarkeit würden für sie aber zur Belastung bei den eigenen Wählern. Abascal, dessen Partei am 29. November in Spanien zur Wahl steht, wird dort mit den Worten „in Spain, not in Michigan“ (in Spanien, nicht in Michigan) zitiert. Die Lehre der Wahl sei, dass Wähler unter wirtschaftlichem Druck Amtsinhaber abstrafen. Die Parteien der Mitte sollten daraus keine Entwarnung für den Populismus ableiten.

In Italien beschreibt die Zeitung La Voce d’Italia (11:36 Uhr MEZ) ein gespaltenes Echo. Das Mitte-rechts-Lager äußere sich vorsichtiger über Trump, Außenminister Antonio Tajani (Forza Italia) sieht das Verhältnis zu den USA unverändert. Das Mitte-links-Lager um PD-Chefin Elly Schlein lese das Ergebnis als Vorbild für ein gemeinsames Bündnis. Salvini wird dort mit „E invece i conflitti sono aumentati“ (Stattdessen haben die Konflikte zugenommen) zitiert.

Es sind die Sichtweisen der jeweiligen Politiker und Medien. Weitere Stimmen aus dem Ausland stehen unter Meldungen, was der neue Kongress ab Januar kann, im Ablauf.

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