Presse in Spanien, Argentinien, Uruguay und Polen liest Vances Satz zum Iran-Krieg als Zeichen eines Abstands zu Trump vor 2028
Vizepräsident Vance nennt den Krieg als Grund der Niederlage, Trump stimmt zu und würde wieder so entscheiden, Kommentare fragen nach der Kandidatur 2028.
In der Presse mehrerer Länder dreht sich die Debatte am Morgen des 5. November weniger um das Ergebnis der Kongresswahl als um die Frage, wer für die Niederlage der Republikaner verantwortlich ist. Grundlage sind Projektionen, nach denen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht.
Anlass ist eine Aussage von Vizepräsident JD Vance. Laut der argentinischen Zeitung Perfil (4. November, 19:37 Uhr MEZ) sagte Vance, die Republikaner hätten wegen des Kriegs gegen den Iran verloren. Präsident Trump stimmte laut Perfil weitgehend zu, verwies auf die gestiegenen Spritpreise und sagte, er würde wieder so entscheiden.
Argentinien: Abstand mit Blick auf 2028. Perfil deutet die Äußerung als offenbaren Versuch von Vance, sich vor einer möglichen Kandidatur für das Weiße Haus 2028 vom Krieg abzusetzen.
Uruguay: Offene Frage nach dem Favoriten. Die Zeitung El Observador (4. November) schreibt, Präsident und Vizepräsident verbänden die Niederlage öffentlich mit dem Iran-Krieg. Der Sieg der Demokraten werfe Fragen auf, ob Vance noch der wichtigste Favorit für die republikanische Kandidatur 2028 ist.
Polen: Riss an der Spitze. Das Portal Interia (Patryk Idziak, abgerufen am 5. November) spricht unter Berufung auf das Wall Street Journal von einem Riss an der Spitze der Macht in den USA. Vance gehe auf Distanz zu Trump und zum Iran-Krieg.
Spanien: Schuld verteilen statt Trump kritisieren. Das Online-Medium Mundiario sieht es anders. Víctor García Marrero schreibt in einer Analyse (5. November, 4:48 Uhr MEZ), das Eingeständnis von Vance bedeute keinen Kurswechsel, Trump halte an seiner Entscheidung fest. In einem zweiten Text (5:05 Uhr MEZ) schreibt er, die Parteiführung wolle lieber „repartir reproches antes que cuestionar al presidente“ (Vorwürfe verteilen, statt den Präsidenten infrage zu stellen). Krieg und Benzinpreis dienten als Erklärung, damit niemand Trump direkt kritisieren müsse.
Gemeinsam ist den Texten der Blick auf die Präsidentschaftswahl 2028. Uneins sind sie, ob Vance sich wirklich von Trump absetzt oder nur die Schuld vom Präsidenten weglenkt. Es sind die Sichtweisen der jeweiligen Medien und Autoren. Weitere Pressestimmen stehen unter Meldungen, was der neue Kongress ab Januar kann, im Ablauf.