Polens Präsidialamt will die enge Zusammenarbeit mit den USA fortsetzen, Lega-Chef Salvini hofft auf ein Ende der Interventionen, Brasiliens Regierung schweigt
Präsident Nawrockis Berater sehen keinen Bruch und mahnen zugleich Polens Regierung, in Rom deutet Salvini das Ergebnis als Absage an Kriege, Brasília bleibt bei seiner Tradition.
Weitere Stimmen aus Regierungslagern in Europa und Lateinamerika zur Kongresswahl. Grundlage sind Projektionen, nach denen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht.
Polen: Kontinuität und eine Botschaft nach innen. Marcin Przydacz, Leiter des Büros für internationale Politik von Präsident Karol Nawrocki, schreibt laut RMF24 (4. November, 12:10 Uhr MEZ) auf X, die Wähler hätten sich für einen Wechsel entschieden. Polen werde die gute Zusammenarbeit fortsetzen, „weil es unser Verbündeter ist“. Zugleich richtet er das Ergebnis als Mahnung an Ministerpräsident Donald Tusk: Keine Regierung dauere ewig.
Der Chef der Präsidialkanzlei, Zbigniew Bogucki, sagt laut demselben Bericht im Sender Telewizja Republika, die Republikaner hätten nicht gewonnen, aber auch nicht schmählich verloren. Vorhersagen seien oft von Wunschdenken geprägt. Zu einer dauerhaften US-Basis in Polen sagt er, Entscheidungen könnten sich mit einer neuen Regierung in Washington ändern.
Italien: Salvini sieht eine Absage an Kriege. Lega-Chef Matteo Salvini hofft laut Globalist (4. November, 22:29 Uhr MEZ), die deutliche Niederlage werde als Stopp für Interventionen in der Welt verstanden und beschleunige das Ende der beiden Kriege. Als Gründe nennt er Teuerung und Dieselpreise, die Wähler hätten Trump für Stabilität gewählt, die Kriege hätten aber zugenommen. Kritik an Trump selbst vermeidet er.
Brasilien: keine offizielle Stellungnahme. Die Regierung von Präsident Lula will sich laut SRzd (4. November, 18:07 Uhr MEZ) nicht öffentlich zum Ergebnis äußern. Das Außenministerium kommentiere traditionell keine Wahlen im Ausland. Der Bericht stützt sich nur auf ungenannte Diplomaten und Regierungsmitglieder, die das Ergebnis intern als deutliche Schwächung Trumps werten.
Frühere Reaktionen von Regierungen stehen unter Meldungen, was der neue Kongress ab Januar kann, im Ablauf.