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Midterms 2026

Analysten in Europa, Asien und Russland erwarten nach der Wahl eine geteilte Regierung, uneins sind sie, wie viel Macht Trump bleibt

Brüsseler Fachleute warnen vor einem Trump, der sich außenpolitisch ein Vermächtnis sucht, ein Moskauer Institut sieht seine Präsidentschaft faktisch am Ende, Medien halten eine Amtsenthebung für unwahrscheinlich.

Fachleute außerhalb der USA haben ihre ersten Einschätzungen veröffentlicht, wie es nach der Kongresswahl weitergeht. Grundlage sind Projektionen, nach denen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht. Gemeinsam ist den Analysen: Ab dem 3. Januar 2027 regieren Präsident und Kongress gegeneinander. Uneins sind sie, was das für Trumps Macht nach außen heißt.

Europa: Kongress als Verbündeter, Trump als Risiko. Almut Möller vom Brüsseler European Policy Centre (4. November) erwartet, dass der neue Kongress Hilfen für die Ukraine und Sanktionen gegen Russland stützt. Ein geschwächter Präsident könne aber außenpolitisch Macht ausspielen und Russland entgegenkommen, um als Beender von Kriegen dazustehen. Ihr Kollege Javier Carbonell schreibt, Trump behalte Veto und außenpolitische Befugnisse. Europäer sollten den Wechsel nicht mit einer „Rückkehr zur transatlantischen Normalität verwechseln“.

Asien: weniger Spielraum für Deals. In einem Bericht von Reuters, veröffentlicht bei Investing.com (4. November), halten Ökonomen es für möglich, dass Japan und Südkorea ihre Investitionszusagen von 550 und 350 Milliarden Dollar langsamer erfüllen. Die Ökonomin Alicia Garcia-Herrero (Natixis) erwartet, dass der Kongress Trump bei Deals mit Peking weniger freie Hand lässt, der Handelsfrieden mit China läuft im Januar aus. Der frühere indische Diplomat Rajiv Bhatia vom Institut Gateway House warnt, Trump werde dadurch nicht automatisch nachgiebiger.

In Südkorea sagt Shin Beom-chul vom Sejong Institute laut Korea Times (4. November, 08:16 Uhr MEZ), Trump könne früher als erwartet zur lahmen Ente werden. Er fragt: „Würde Kim einen geschwächten Trump treffen wollen?“ In China erwartet Chen Dongxiao, Präsident des staatlichen Shanghai Institute for International Studies, laut China Times (4. November, 07:44 Uhr MEZ, nach einem Interview mit The Paper) keinen grundlegenden Schock für die Beziehungen. Die Ausnahme seien Waffenverkäufe an Taiwan, dort könne der Druck beider Parteien wachsen.

Russland: Präsidentschaft faktisch am Ende. Viktoria Schurawljowa vom Moskauer Institut IMEMO der Russischen Akademie der Wissenschaften sagt im Interview mit Interfax (4. November, 11:30 Uhr MEZ), eine solche Niederlage bedeute, „dass die Präsidentschaft von D. Trump zu Ende ist“. Sie erwartet Haushaltskämpfe, mögliche Shutdowns und Untersuchungen bis hin zu einer Amtsenthebung. Trump werde sich auf die Außenpolitik konzentrieren, Hilfen für die Ukraine würden zur Verhandlungsmasse im Haushalt.

Amtsenthebung: möglich, aber kaum erfolgreich. ZDFheute (Bastian Hartig, 4. November, 06:29 Uhr MEZ) hält eine Zweidrittelmehrheit für eine Verurteilung im Senat für unwahrscheinlich, bei Verteidigungsminister Hegseth könne es anders aussehen. Das Repräsentantenhaus könne aber über den Haushalt Bedingungen setzen, etwa gegen einen Truppenabzug aus Europa. Die brasilianische Agentur Folhapress, veröffentlicht im Jornal de Brasília (4. November, 18:08 Uhr MEZ), sieht Untersuchungen als die eigentliche Waffe der Demokraten mit Blick auf 2028. Ein Verfahren, das den Kongress lähmt, könne ihnen schaden.

Es sind die Einschätzungen der jeweiligen Fachleute und Medien. Die Termine bis Januar stehen unter Meldungen, was der neue Kongress kann, im Ablauf.

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