Nach der Wahl stehen bis Januar Auszählungen, eine Haushaltsfrist und die Führungswahlen im Kongress an
Der alte Kongress muss bis 11. Dezember die Finanzierung der Regierung sichern, Alaska und Mississippi zählen noch, der neue Kongress tritt am 3. Januar 2027 zusammen.
Nach der Kongresswahl beginnt eine Übergangszeit. Laut Projektionen gewinnen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus, Roll Call nennt im Senat 54 bis 56 Sitze, je nach Auszählung. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht. Die wichtigsten Termine, soweit sie die Quellen nennen:
- Alaska: Neue Zählstände sind laut Newsweek (4. November, 08:54 Uhr MEZ) für den 10., 13. und 18. November angekündigt. Briefstimmen aus dem Ausland dürfen bis 15 Tage nach der Wahl eintreffen. Liegt niemand über 50 Prozent, wird am 18. November nach Rangfolge ausgezählt. Der Staat will bis 25. November zertifizieren.
- Mississippi: Briefstimmen mit Poststempel vom Wahltag dürfen laut Mississippi Independent noch fünf Werktage eintreffen. Die Countys zertifizieren bis 13. November, das Endergebnis erklärt der Secretary of State am 3. Dezember. Eine Nachzählung gibt es nur per Gericht, letztlich kann der Senat selbst entscheiden.
- 10. November: Die Republikaner im Senat wählen ihre Führung. John Thune tritt laut Roll Call (4. November, 18:07 Uhr MEZ) als Minderheitsführer an, ein Gegenkandidat ist nicht bekannt. Im Repräsentantenhaus will Speaker Mike Johnson laut Fox News (Chad Pergram, 4. November, 17:24 Uhr MEZ) nicht Minderheitsführer werden. Steve Scalise und Jim Jordan wollen antreten.
- 11. Dezember: Die Finanzierung der Regierung läuft aus. Laut dem Haushaltsinstitut CRFB hat das Repräsentantenhaus 3 von 12 Haushaltsgesetzen für 2027 beschlossen, der Senat keines. Ohne Einigung droht ein Shutdown. Die Schuldenobergrenze von 41,1 Billionen Dollar wird laut CRFB voraussichtlich in den nächsten sechs Monaten erreicht.
- 3. Januar 2027: Der neue Kongress tritt zusammen, die Demokraten übernehmen die Ausschüsse.
Was die Demokraten vorhaben. Laut Time (4. November, 14:34 Uhr MEZ) wollen sie Kürzungen bei Medicaid und den Wegfall der Zuschüsse zur Krankenversicherung rückgängig machen, Trumps Zölle aufheben und den Iran-Krieg beenden. Hakeem Jeffries, Fraktionschef im Repräsentantenhaus, lässt ein Amtsenthebungsverfahren offen. Der Senator Richard Blumenthal, der laut Al Jazeera den Untersuchungsausschuss des Senats leiten dürfte, hatte im September angekündigt, Vorladungen zu nutzen.
Was Trump und die Republikaner sagen. Trump hat laut AFP, veröffentlicht bei Malay Mail (5. November, 00:00 Uhr MEZ), ein Bild einer Mütze mit der Aufschrift „VETO“ gepostet und will sich gegen Untersuchungen wehren. Laut Bericht gibt es einen Entwurf für Verordnungen zur Einwanderung. Thune schreibt, die Republikaner im Senat würden „nicht tatenlos zusehen“. Um ein Veto zu überstimmen, braucht es laut Fox News 290 Stimmen im Repräsentantenhaus, also etwa 50 Republikaner, und 67 im Senat, also 13 Republikaner.
Was Analysten erwarten. Der Council on Foreign Relations (CFR, 4. November) erwartet, dass die Zölle ohne Zweidrittelmehrheit weitgehend beim Präsidenten bleiben. Die Wahl erhöhe den Druck, das Verteidigungsgesetz noch im alten Kongress zu beschließen, Anhörungen zu Nominierungen kämen Anfang 2027. Der Wahlanalyst Nate Silver (Silver Bulletin, 4. November) nennt die Wahl den zweitgrößten Umschwung bei Zwischenwahlen seit dem Zweiten Weltkrieg. Er sieht 2006 als einzige echte Parallele und hält es für unwahrscheinlich, dass Trumps Zustimmung von 38 Prozent deutlich steigt.
Alle Termine können sich verschieben. Was der Kongress kann, steht im Ablauf, die Lage in den Rennen unter Senat und Repräsentantenhaus.