Presse in Spanien, Russland, Südkorea und Australien schaut in der Wahlnacht zuerst auf den Ablauf der Wahl
Pannen an Wahlmaschinen, Beobachter des Justizministeriums und Trumps Aussage zur Anerkennung stehen vor den ersten Ergebnissen im Mittelpunkt.
Bevor belastbare Ergebnisse vorliegen, berichten Medien in mehreren Ländern in der Nacht zum 4. November 2026 vor allem über den Ablauf der Wahl. Die Gewichtung unterscheidet sich: Manche stellen Pannen nach vorn, andere die Rolle der Regierung, andere betonen, dass der Ablauf im Kern ruhig blieb.
Russland: Pannen als erste Bilanz. Die Wirtschaftszeitung Kommersant stellt ihre ersten Ergebnisse unter die Überschrift „Abstimmung, Pannen und Erklärungen“ (zuletzt aktualisiert 4. November, 1:18 Uhr MEZ). Sie listet auf: In New York konnten Wahlmaschinen laut dem Landkreischef von Westchester, Ken Jenkins, bis zu 250.000 Stimmzettel nicht zählen. Laut der Wahlkommission dort lag das an fehlenden Software-Updates. Weiter nennt die Zeitung falsche Nachrichten über verlegte Wahllokale in Fulton County (Georgia), fehlende Stimmzettel in einigen Wahllokalen in Chicago und laut CNN bis zu zwei Stunden Wartezeit in mehr als 10 Wahllokalen in Texas. Das Justizministerium habe erstmals Wahlbeobachter in alle 50 Bundesstaaten geschickt.
Südkorea: Beobachter und Gerichte. Jung Yu-jin schreibt aus Washington bei Kyunghyang Shinmun (3. November, 20:12 Uhr MEZ), das Justizministerium habe 1000 Beobachter in alle 50 Bundesstaaten entsandt, laut Berichten dreimal so viele wie 2022. Sie liest das als Versuch, für den Fall einer deutlichen Niederlage mögliche Problemfälle zu sammeln. Sie zitiert auch die New York Times, wonach kleine Störungen an Wahlmaschinen bei fast jeder Wahl vorkommen. NEWS M (23:40 Uhr MEZ) hebt hervor, dass der Supreme Court am 2. November einen Eilantrag der Regierung abgelehnt hat, die Auszählung von gut 20.000 Briefwahlstimmen in Kalifornien zu beschränken. Die Zeitung betont, dass damit nur der Eilantrag entschieden ist.
Spanien: Zweifel am Verfahren. Der Liveblog von Público gibt um 22:41 Uhr MEZ Trump wieder: „Reconoceré el resultado si las elecciones son limpias“ (Ich werde das Ergebnis anerkennen, wenn die Wahl sauber ist). Die Zeitung schreibt, Trump habe ohne Belege Zweifel gesät. Sie berichtet auch, dass Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom der Einwanderungsbehörde ICE mit Festnahmen droht, falls sie Wahllokale stört, und dass er nach eigenen Angaben über 1000 eigene Beobachter einsetzt.
Australien und eine südkoreanische Wirtschaftszeitung: Störungen, aber ruhiger Ablauf. Der öffentliche Sender ABC berichtet über Pannen in Florida, Kansas und Georgia und zitiert um 20:08 Uhr MEZ den Wahlleiter von Broward County, Joe Scott: „Nobody voted on the wrong ballot.“ Der Sender erklärt seinen Lesern, dass die USA anders als Australien keine nationale Wahlbehörde haben und Ergebnisse deshalb über Agenturen wie AP kommen. Die chinesische Ausgabe der südkoreanischen Wirtschaftszeitung JKN (22:20 Uhr MEZ) titelt, der Ablauf sei trotz einiger Geräteausfälle „平稳“ (ruhig) verlaufen.
Es sind Darstellungen und Einschätzungen der Medien, keine Regierungserklärungen. Kommersant ist ein privates Blatt, kein Staatsmedium. Wann welche Ergebnisse kommen, steht bei der Auszählung und der Wahlnacht. Weitere Stimmen aus dem Ausland stehen unter Meldungen.