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Midterms 2026

Presse in Russland, der Ukraine, China, Katar und Südkorea liest die Senatsmehrheit der Demokraten als Dämpfer für Trump, mit unterschiedlichen Folgen für das eigene Land

Medien deuten das Ergebnis meist als Urteil über Trump, russische und ukrainische Blätter fragen nach Iran und Ukraine, chinesische Staatsmedien bleiben ohne Wertung.

Die Nachrichtenagentur AP projiziert seit dem frühen Morgen des 4. November 2026 eine Mehrheit der Demokraten im Senat. Mehrere große Sender projizieren auch eine Mehrheit im Repräsentantenhaus. Medien in mehreren Ländern melden das in der ersten Stunde danach. Viele lesen das Ergebnis als Dämpfer für Trump. Welche Folgen sie erwarten, hängt stark vom eigenen Land ab. Es sind Projektionen, kein amtliches Endergebnis.

Russland: Blockade im Innern, offene Frage beim Iran. Die Wirtschaftszeitung Wedomosti (4. November, Michail Beljajew und Roman Romanow) zitiert den Politologen Malek Dudakow: Trumps Innenpolitik werde „endgültig ausgebremst“. Beim Iran würden die Demokraten Trump kaum einschränken, sie könnten aber den Dialog mit Moskau erschweren. Der Dozent Dmitrij Nowikow hält dagegen, die Ukraine-Politik laufe über Sondergesandte und kaum über den Kongress. Die Zeitung Moskowski Komsomolez (5:47 Uhr MEZ) titelt mit „Trumps Zusammenbruch“ und schreibt: „Der Krieg mit dem Iran hat die Republikaner bei der Wahl begraben.“ Sie verweist auf einen Bericht von Axios, wonach Trump nach einer Niederlage wieder zu großen Militärschlägen gegen den Iran greifen könnte. Beide Blätter sind keine Staatsmedien.

Ukraine: weniger Spielraum für Trump. ZN.ua (6:06 Uhr MEZ, Angelina Borez, auf Grundlage der AP) schreibt, die Mehrheit beende die Vorherrschaft der Republikaner. Das könne Trumps Möglichkeiten einschränken, „eigene Pläne umzusetzen“, auch beim Supreme Court. Die Agentur Interfax-Ukraine (5:55 Uhr MEZ) meldet sachlich nach AP-Zählung, die Demokraten hätten den Republikanern sechs Senatssitze abgenommen. Einen Bezug zur Ukraine stellt sie nicht her.

China: Staatsmedien ohne Wertung. Die staatliche Agentur Xinhua meldet in einer Eilmeldung bei Sina (5:20 Uhr MEZ) in einem Satz, laut US-Medien holten die Demokraten die Kontrolle über den Senat zurück. Eine Einschätzung zu Trump enthält die Meldung nicht.

Katar: Rüge für Trumps Partei. Al Jazeera (4. November, Al Jazeera Staff) schreibt, das Ergebnis werde „widely seen as a rebuke“ (weithin als Rüge) für Trumps Partei gesehen. Es beende voraussichtlich die Kontrolle der Republikaner über Weißes Haus und beide Kammern seit der Wahl 2024.

Südkorea: Urteil über die Wirtschaftspolitik. Die Zeitung Business Post (5:47 Uhr MEZ, Kim Yong-won) stellt nach Analysen der Agentur Reuters die Lebenshaltungskosten und die Benzinpreise nach dem Beginn des Iran-Kriegs im Februar nach vorn. Sie nennt eine Nachwahlbefragung, in der 70 Prozent der Befragten eine stärkere Kontrolle des Präsidenten durch den Kongress wollen. Die Wirtschaftszeitung Financial News (6:00 Uhr MEZ, Park Jong-won) schreibt, eine gleichzeitige Rückeroberung beider Kammern wäre die erste seit 20 Jahren, falls sich die Projektionen bestätigen.

Gemeinsam ist den Berichten der Blick auf Preise und den Iran-Krieg. Gegensätzlich sind die Erwartungen: Russische Blätter fragen nach dem Iran und dem Verhältnis zu Moskau, ukrainische nach Trumps Spielraum, chinesische Staatsmedien bewerten nicht. Zu Zöllen und NATO äußerten sich die gefundenen Berichte nicht. Äußerungen von Regierungen anderer Länder zum Ergebnis fanden sich bis etwa 6:40 Uhr MEZ nicht. Das chinesische Außenministerium hat seine Pressekonferenz um 8 Uhr MEZ. Es sind Darstellungen und Einschätzungen der Medien. Die Rechnung steht beim Senat, der Stand der Nacht in der Wahlnacht.

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