Presse in Luxemburg, Deutschland, Russland und China meldet die Projektion zur Mehrheit im Repräsentantenhaus knapp und mit unterschiedlichen Quellen
Erste Meldungen im Ausland bleiben nüchtern, nennen aber verschiedene Urheber der Projektion, Japans Regierungssprecher wollte die Wahl nicht kommentieren.
Das Unternehmen Decision Desk HQ (DDHQ) projiziert seit 3:09 Uhr MEZ eine Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus. Medien in mehreren Ländern melden das in der ersten Stunde danach. Gemeinsam ist ihnen der Ton: kurze, sachliche Meldungen ohne Kommentar. Unterschiede zeigen sich bei der Frage, wer die Projektion getroffen hat. Es ist eine Projektion, kein amtliches Endergebnis.
Luxemburg: Hinweis auf die AP. Der Liveticker von L’essentiel (Eintrag 3:57 Uhr MEZ, „L’essentiel und Agenturen“) nennt DDHQ als Quelle. Als einziges der gefundenen Medien fügt er ausdrücklich hinzu: „Die Nachrichtenagentur AP hat den Machtwechsel bislang nicht ausgerufen.“
Deutschland: CNN als Quelle. Die Agentur dts schreibt in einer Meldung bei regionalheute.de (4:11 Uhr MEZ), die Projektion stamme vom Sender CNN, DDHQ sei sich schon vorher sicher gewesen. Auch im Senat sehe es nach einer Mehrheit der Demokraten aus. Eine Projektion zum Senat nennt die Meldung nicht. Das Handelsblatt spricht in der Überschrift von einer „ersten Prognose“, der Text war nicht abrufbar.
Russland: Staatsmedien nennen DDHQ. Die staatliche Agentur TASS (3:17 Uhr MEZ) meldet die Projektion von DDHQ ohne Wertung. Sie nennt einen Zwischenstand von mindestens 127 Sitzen für die Demokraten und 83 für die Republikaner, 218 sind für die Mehrheit nötig. Die Demokraten hätten vier bisher republikanische Sitze gewonnen.
China: Staatsmedien berufen sich auf „US-Medien“. Die staatliche Agentur Xinhua schreibt in einer Meldung bei The Paper (3:19 Uhr MEZ), US-Medien erwarteten, dass die Demokraten die Kammer nach vier Jahren in der Minderheit zurückholen. Als Quelle nennt sie die Zeitung The Hill, nicht DDHQ oder die AP. Die staatliche Agentur China News Service (21jingji, 3:43 Uhr MEZ) ergänzt, im Senat sei der Ausgang offener, und nennt Michigan, Texas, Ohio und Alaska als enge Rennen. Sie zitiert eine Umfrage von NBC News unter US-Wählern: 52 Prozent für die Demokraten, 44 Prozent für die Republikaner, 38 Prozent Zustimmung für Trump. Eine Wertung enthalten beide Meldungen nicht.
Japan: kein Kommentar der Regierung. Regierungssprecher Minoru Kihara sagte laut dem chinesischen Finanznachrichtendienst Jin10 (Meldung 3:10 Uhr MEZ) bei seiner Pressekonferenz, er werde die Kongresswahl nicht kommentieren. Weitere Äußerungen von Regierungen zu den Ergebnissen fanden sich bis etwa 4:40 Uhr MEZ nicht.
Einordnungen zu Folgen für Handel, Ukraine oder NATO fanden sich in Meldungen nach der Projektion bis dahin nicht. Es sind Darstellungen der Medien. Die Prognosen vom Wahltag stehen beim Repräsentantenhaus, der Stand der Nacht in der Wahlnacht.