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Midterms 2026

Kommentare in Südkorea, Österreich, Italien, Großbritannien und Deutschland ziehen aus der Wahl Lehren für die eigene Politik

Seoul soll die Wahl als Warnung lesen, Wien sieht die Erzählung vom unaufhaltsamen Rechtspopulismus beschädigt, die Frankfurter Rundschau mahnt die Demokraten zu einer eigenen Agenda.

Am 4. November 2026 haben Zeitungen in mehreren Ländern das Ergebnis der Kongresswahl weniger als Ereignis in den USA kommentiert, sondern als Lehre für die Politik im eigenen Land. Grundlage sind Projektionen, nach denen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht. Uneinig sind die Kommentare, wie weit sich die Lehre übertragen lässt.

Südkorea: eine Warnung für die eigene Politik. Die Zeitung Hankook Ilbo sieht in ihrem Leitartikel (16:10 Uhr MEZ) ein Urteil der Wähler über Trumps Alleingänge, den Iran-Krieg, hohe Preise und Zölle gegen Verbündete. Das Ergebnis sei „권력의 오만과 폭주로 생활고를 부추긴 트럼프가 받아든 냉엄한 성적표“ (ein hartes Zeugnis für Trump, der mit Machtarroganz die Lebensnot verschärfte). Die koreanische Politik solle den Fall als warnendes Beispiel nehmen.

Österreich: Dämpfer für die Rechtspopulisten, aber kein Automatismus. Das Portal oe24 (17:06 Uhr MEZ) stellt die Wahl neben Wahlen in Brasilien, Ungarn und Serbien. Der Bochumer Politologe Oliver Lembcke sagt dort: „Trumps Niederlage beschädigt die Erzählung, dass der internationale Rechtspopulismus unaufhaltsam auf dem Vormarsch sei.“ Einen unmittelbaren Rückgang der Zustimmung zur AfD in Deutschland erwartet er nicht, weil die Lage in jedem Land anders sei.

Italien: Abstand der Regierung zu Trump. Die Zeitung Domani (8:12 Uhr MEZ) schreibt, Ministerpräsidentin Giorgia Meloni habe sich längst von Trump entfernt. Er sei „radioattivo anche per l’elettorato di centrodestra“ (radioaktiv auch für die Wähler der Mitte-rechts-Parteien). Für Italien ändere die Niederlage praktisch wenig.

Großbritannien: Lehre für Farage. Adam Bienkov schreibt im Meinungsteil der Byline Times (10:32 Uhr MEZ), die Wahl zeige die Grenzen von Großspenden. Darin sieht er eine Lehre für Nigel Farage und seine Partei Reform UK, die ebenfalls Geld von Großspendern erhält. Geld, so Bienkov, „doesn’t necessarily buy you respect“ (kauft nicht unbedingt Respekt).

Deutschland: Die Demokraten brauchen eine eigene Agenda. Die Frankfurter Rundschau (16:56 Uhr MEZ) liest das Ergebnis als Absage an Trumps nationalpopulistische Politik. Untersuchungen und das Eindämmen Trumps reichten den Demokraten aber nicht. „Es wird ihnen dabei nicht helfen, an die Zeit vor Trump anschließen zu wollen.“

Gemeinsam ist den Kommentaren, dass sie das Ergebnis auf die Politik im eigenen Land beziehen. Ob daraus eine Wende gegen Rechtspopulisten in anderen Ländern folgt, sehen sie unterschiedlich. Es sind die Sichtweisen der jeweiligen Zeitungen und Autoren. Frühere Presseschauen stehen unter Meldungen, der Stand der Auszählung beim Senat und beim Repräsentantenhaus.

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