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Midterms 2026

Presse im Ausland sieht in der Wahl fast einhellig eine Niederlage Trumps, uneins ist sie, ob er nun eine lahme Ente ist

Medien in Südkorea und China erwarten Blockade und Untersuchungen, ein australischer Kommentar warnt vor einem verwundeten Präsidenten, spanische und ukrainische Blätter dämpfen Hoffnungen.

Am Morgen nach der Kongresswahl lesen Medien in vielen Ländern das Ergebnis als Niederlage für Präsident Trump. Ob er damit an Macht verliert, sehen sie unterschiedlich. Grundlage sind Projektionen von AP und Sendern, nach denen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht.

Weitgehend einig: eine Rüge für Trump. Die argentinische Zeitung La Nación (7:43 Uhr MEZ) hat die Schlagzeilen ausländischer Medien gesammelt. Laut ihrer Übersicht sprechen der Guardian und Sky News in Großbritannien von einer Absage an Trump, El País in Spanien von einer harten Strafe, El Mundo in Spanien und La Repubblica in Italien von einer blauen Welle, O Globo in Brasilien von einer historischen Niederlage. Le Monde in Frankreich hebt hervor, dass Trump das Ergebnis anerkennt. Die Times of Israel sieht im Iran-Krieg den entscheidenden Faktor.

Lahme Ente: ja. Der südkoreanische Wirtschaftssender SBS Biz (7:48 Uhr MEZ) schreibt, die Gefahr einer frühen Lame-Duck-Phase sei gestiegen. Die Demokraten dürften die Ausschüsse für Untersuchungen gegen die Regierung nutzen. Ein Beitrag auf dem chinesischen Portal ifeng (7:07 Uhr MEZ, von einem Nutzerkonto, kein Staatsmedium) erwartet, dass Gesetzesblockaden, Untersuchungen und Haushaltsstreit zur Normalität werden.

Lahme Ente: nein. John Lyons, Amerika-Redakteur des australischen Senders ABC (6:33 Uhr MEZ), nennt das Ergebnis verheerend für Trump. Die Rede von der lahmen Ente weist er zurück: „Nothing could be further from the truth.“ (Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.) Trump habe noch zwei Jahre im Amt und könne mit Dekreten am Kongress vorbei regieren. Gefährlich sei vor allem die Außenpolitik eines verwundeten Präsidenten.

Gedämpfte Erwartungen in Europa und der Ukraine. Das spanische Portal Demócrata (6:36 Uhr MEZ, Alberto López) schreibt, Europa gewinne Gegengewichte im Kongress, aber keinen Kurswechsel. Zölle fielen nicht automatisch, neue Ukraine-Hilfe sei nicht sicher, weil Trump sein Veto behalte. Die Zeitung elDiario.es (6:13 Uhr MEZ, Andrés Gil) berichtet, Trump habe erneut gedroht, Vorhaben des Kongresses mit seinem Veto zu stoppen. Das ukrainische Portal Telegraf (6:10 Uhr MEZ, Olena Rudenko) erwartet bessere Chancen im Kongress, aber keine grundlegende Änderung der Ukraine-Politik der Regierung vor der nächsten Präsidentenwahl. Es zitiert den Abgeordneten Jaroslaw Schelesnjak, in den USA beginne eine neue Realität, hoffentlich eine bessere für die Ukraine.

Die Deutung als Niederlage Trumps ist damit weit verbreitet. Uneins sind die Medien, ob der Präsident nun gebremst wird oder außenpolitisch umso freier handelt. Es sind Einschätzungen der jeweiligen Medien. Was der neue Kongress ab Januar kann, steht im Ablauf.

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