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Midterms 2026

Presse in Deutschland, Südkorea, Katar und Russland liest Ossoffs Sieg in Georgia als Niederlage eines Trump-Kandidaten

Mehrere Medien betonen den Trump-Staat Georgia, andere warnen, dass frühe Vorsprünge und ein gehaltener Sitz noch wenig sagen.

Die ersten Medienprognosen in der Nacht zum 4. November 2026 sehen den Demokraten Jon Ossoff als Sieger der Senatswahl in Georgia. Medien in mehreren Ländern stellen dabei eine gemeinsame Lesart nach vorn: Ein von Trump unterstützter Republikaner verliert in einem Staat, den Trump 2024 gewonnen hat. Zugleich mahnen einige zur Vorsicht. Es sind Prognosen, kein amtliches Endergebnis.

Südkorea: Signal für den Senat, aber kein Sitzgewinn. Die Wirtschaftszeitung Financial News (4. November, 2:02 Uhr MEZ, Korrespondent Lee Byung-chul in New York) sieht im Titel ein „grünes Licht“ für die Rückeroberung des Senats durch die Demokraten. Als Hintergrund nennt sie Ossoffs großen Vorsprung beim Spendensammeln und seine Kritik an Trump als Kern des Wahlkampfs. Die konservative Zeitung Dailian (2:01 Uhr MEZ, Jung In-gyun) schreibt, der Versuch der Republikaner, den Sitz zu holen, sei gescheitert. Sie fügt nüchtern hinzu, die Demokraten hätten nur einen bestehenden Sitz gehalten und keinen hinzugewonnen. Laut dem Atlanta Journal-Constitution stand es bei etwa 66 Prozent der ausgezählten Stimmen 56 zu 44 Prozent.

Katar: Ein Trump-Verbündeter verliert. Al Jazeera (Evan Semones, 4. November) nennt den Republikaner Mike Collins einen „staunch Trump ally“ (treuen Trump-Verbündeten). Der Sender erinnert daran, dass Georgia 2020 für Joe Biden und 2024 knapp für Trump stimmte. Laut AP lag Ossoff bei 38 Prozent der ausgezählten Stimmen mit 63 zu 29 Prozent vorn.

Russland: Staatsmedien berichten sachlich, mit Trump im Mittelpunkt. Die staatliche Agentur RIA Nowosti (1:52 Uhr MEZ) titelt, Ossoff sei wiedergewählt worden, nachdem er einen Anhänger Trumps überholt habe. Sie beruft sich auf die Prognose von Decision Desk HQ und nennt Wahlkampfausgaben Ossoffs von über 105 Millionen Dollar. Die staatliche Zeitung Rossijskaja Gaseta (0:43 Uhr MEZ, Roman Otradnov) schrieb schon vor den Ergebnissen, die Wahl werde auch Referendum über Trump genannt. Als Gründe für Unzufriedenheit nennt sie hohe Preise und den Krieg im Iran.

Deutschland und Italien: Warnung vor frühen Zahlen. Der Liveblog des Tagesspiegels (Stand 1:59 Uhr MEZ) nennt Georgia einen wichtigen Sitz im Kampf um die Senatsmehrheit. Zu frühen Vorsprüngen der Demokraten in anderen Staaten schreibt er, es sei „viel zu früh“: Früh- und Briefwahlstimmen, die eher Demokraten nutzen, würden meist zuerst gezählt. Der Liveblog von Il Fatto Quotidiano nennt frühe Zahlen aus Indiana ebenfalls noch sehr unvollständig.

Ein Gegensatz zwischen den Ländern zeigt sich bisher eher im Ton als in der Sache. Chinesische Staatsmedien haben sich zu den ersten Ergebnissen bis etwa 2:20 Uhr MEZ nicht erkennbar geäußert. Äußerungen von Regierungen zu den Ergebnissen fanden sich bis dahin keine. Georgia gehört nicht zu den sieben Kernrennen, die Rechnung steht beim Senat. Wann welche Ergebnisse kommen, steht bei der Auszählung und der Wahlnacht.

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