Mexikos Wirtschaftsminister Ebrard erwartet keine Wende bei Trumps Zöllen, Argentiniens Regierung sieht die Beziehung zu den USA unverändert
Ebrard verweist auf die Zollbefugnisse des Präsidenten und hält Änderungen am T-MEC für möglich, aber noch offen, Buenos Aires nennt die Niederlage der Republikaner erwartbar.
Zwei Regierungen in Lateinamerika haben sich am 4. November 2026 zu den Folgen der Kongresswahl für ihr Verhältnis zu Washington geäußert. Grundlage sind Projektionen, nach denen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht. Beide erwarten keinen schnellen Kurswechsel.
Mexiko: Zölle bleiben Sache des Präsidenten. Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard sagte laut Infobae (21:50 Uhr MEZ) bei der Veranstaltung InnovaFest in Mérida, das Wahlergebnis ändere nichts an den Zollbefugnissen, die zu einem großen Teil beim Präsidenten lägen. Eine neue Mehrheit im Kongress bedeute also nicht automatisch andere Zölle. Größere Änderungen bei den Zollverhandlungen erwarte er nicht. Laut El Financiero verwies Ebrard darauf, dass Zölle auch US-Unternehmen mit Lieferketten in Mexiko treffen. Zur Überprüfung des Freihandelsabkommens T-MEC (in den USA USMCA) sagte er: „El tratado puede ser que sí cambie“ (Es kann sein, dass sich das Abkommen ändert). Dafür sei es aber noch zu früh, bisher sei keine Änderung vorgeschlagen. Die vierte Verhandlungsrunde war laut El Financiero auf die Zeit nach der Wahl verschoben worden.
Argentinien: Ergebnis erwartbar, Beziehung bleibt. Ungenannte Quellen aus dem Präsidentenpalast Casa Rosada sagten laut der Zeitung Los Andes, die sich auf den Sender TN beruft, die Niederlage der Republikaner sei zu erwarten gewesen, weil US-Präsidenten die Zwischenwahl meist verlören. Die Regierung von Präsident Javier Milei sieht die Beziehung zu den USA demnach unverändert, Trump habe noch zwei Jahre im Amt. Für die Märkte rechnet sie laut dem Bericht nur mit einem kurzen, vorübergehenden Effekt. Eine Äußerung Mileis selbst fand sich bis etwa 22:30 Uhr MEZ nicht.
Es sind die Sichtweisen der jeweiligen Regierungen. Frühere Reaktionen aus Mexiko und anderen Ländern stehen unter Meldungen, was der neue Kongress ab Januar kann, im Ablauf.