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Midterms 2026

Merz erwartet, dass Trump weiter am Kongress vorbei regiert, Kanada, die EU und Italien halten an ihrem Kurs gegenüber Washington fest

Der Kanzler sieht Änderungen vor allem beim Haushalt, Ottawa bleibt bei seiner Handelsstrategie, Brüssel pocht auf das Turnberry-Abkommen, Rom auf das Bündnis.

Am Nachmittag und Abend des 4. November 2026 haben sich weitere Regierungen zum Ergebnis der Kongresswahl geäußert. Grundlage sind Projektionen, nach denen die Demokraten Senat und Repräsentantenhaus gewinnen. Ein amtliches Endergebnis gibt es noch nicht. Gemeinsam ist den Äußerungen: Sie erwarten keinen schnellen Kurswechsel in Washington und wollen an ihrer eigenen Linie festhalten.

Deutschland: Änderungen beim Haushalt, nicht sofort. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte laut der Agentur dpa bei news.de (18:34 Uhr MEZ) bei einem Wirtschaftsforum der SPD in Berlin, Trump habe schon in den vergangenen zwei Jahren weitgehend am Kongress vorbei regiert, mit „Executive Orders“ als wichtigstem Mittel. Das werde er fortsetzen. Die Verfassung gebe dem Präsidenten eine starke Stellung. Ändern werde sich die Haushaltsplanung und damit die Planung der Streitkräfte. Das brauche aber Zeit.

Kanada: Handelsstrategie bleibt. Dominic LeBlanc, Minister für den Handel mit den USA, sagte laut der Agentur Canadian Press bei CKLW (aktualisiert 18:32 Uhr MEZ) vor Journalisten in Ottawa, das Ergebnis ändere nichts an der Arbeit der kommenden zwei Wochen. Kanada setze weiter darauf, seinen Handel breiter aufzustellen. „The American Congress will act in the interests of the American Congress“ (Der amerikanische Kongress wird im Interesse des amerikanischen Kongresses handeln). Wie die Wähler das Ergebnis deuten, sei Sache der Amerikaner. Er wolle in den nächsten Tagen weiter mit seinen US-Kollegen sprechen.

EU: Das Handelsabkommen zählt. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič sagte laut Euronews (15:48 Uhr MEZ) am Mittwoch: „The respect of the Turnberry deal is of paramount importance“ (Die Einhaltung des Turnberry-Abkommens ist von größter Bedeutung). Er stehe weiter in regelmäßigem Kontakt mit seinen US-Kollegen. Gemeint ist die Handelsvereinbarung zwischen EU und USA vom Sommer 2025.

Italien: Das Bündnis bleibt. Außenminister Antonio Tajani sagte laut der Agentur LaPresse (15:15 Uhr MEZ) vor Journalisten, Italien respektiere den Willen des amerikanischen Volkes, die Beziehung ändere sich nicht. Es sei nicht Sache Italiens, das Ergebnis zu kommentieren. „Siamo alleati strategici degli Stati Uniti e continueremo ad esserlo“ (Wir sind strategische Verbündete der USA und werden es bleiben).

Von Frankreichs Präsident Macron, EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen, NATO-Generalsekretär Rutte, Kanadas Premier Carney, dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj und Brasiliens Präsident Lula fanden sich bis etwa 19:30 Uhr MEZ weiterhin keine Äußerungen zum Ergebnis. Es sind die Sichtweisen der jeweiligen Regierungen. Frühere Reaktionen stehen unter Meldungen, was der neue Kongress ab Januar kann, im Ablauf.

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