Presse in Ägypten, im Libanon und in Palästina liest die Kongresswahl als Abstimmung über den Iran-Krieg
Arabische Zeitungen und Portale sehen den Krieg am Wahltag als Last für Trump, ein Kommentar sieht Iran im Vorteil.
Am Wahltag zeigt sich in arabischen Medien eine eigene Linie. Sie lesen die Kongresswahl vor allem als Abstimmung über den Krieg mit dem Iran und seine Folgen. Die Spritpreise sind dabei ein Teil, im Mittelpunkt steht aber der Krieg selbst.
Ägypten. Mona Salah schreibt in einer Analyse bei El Watan News, der Krieg sei für Trump von einer außenpolitischen Entscheidung zu einer Belastung im Wahlkampf geworden. Sie stützt sich auf Material der Nachrichtenagentur AP. Der Krieg sei „عبء اقتصادي واختبار انتخابي لترامب“, also eine wirtschaftliche Last und ein Wahltest für Trump. Die Demokraten nutzten die Lebenshaltungskosten im Wahlkampf (El Watan News, 3. November 2026, 8:59 Uhr MEZ).
Libanon. Die Zeitung Nidaa al-Watan schreibt in einem Bericht aus Agenturmaterial, die Amerikaner wählten unter dem Eindruck des Ärgers über die Kriegsfolgen. Trump habe gesagt, er habe es mit einer Entscheidung über neue Angriffe nicht eilig. Katar und Pakistan vermittelten zwischen Washington und Teheran (IMLebanon, Übernahme aus Nidaa al-Watan, 3. November 2026, 6:07 Uhr Ortszeit).
Palästina. Ein Kommentar ohne Autorenangabe beim Portal Al-Kofiya sieht Iran im Vorteil. Teheran habe den Krieg über die Straße von Hormus ausgehalten, Trump habe seine Kriegsziele zurückgenommen. Kurz vor der Wahl biete Iran nun Verhandlungen an. Der Krieg sei im Ringen um Hormus geendet, heißt es dort (Al-Kofiya, 3. November 2026, 12:27 Uhr MEZ).
Die drei Texte teilen die Sicht, dass der Krieg Trump vor der Wahl schwächt. Uneins sind sie, wer davon profitiert: El Watan und Nidaa al-Watan beschreiben vor allem die Lage in den USA, Al-Kofiya deutet den Ausgang als Erfolg Irans. Stimmen aus Israel oder den Golfstaaten mit einer anderen Sicht fanden sich am Wahltag bis zum Nachmittag nicht. Alle Texte sind Einschätzungen der jeweiligen Medien. Frühere Presseschauen stehen unter Meldungen, die Prognosen beim Senat und beim Repräsentantenhaus.