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Midterms 2026

Presse in Deutschland, der Ukraine und Südkorea erwartet, dass eine Niederlage Trump kaum bremst

Was t-online, Kyiv Independent, Asia Economy und die Staatsagentur Xinhua am Tag vor der Wahl schreiben, Stand 2. November 2026.

In der Presse mehrerer Länder zeigt sich am Tag vor der Kongresswahl eine gemeinsame Linie. Die Autoren rechnen mit Verlusten der Republikaner, zumindest im Repräsentantenhaus. Dass Präsident Trump danach anders regiert, erwarten sie nicht. Er könne mit Veto und Erlassen am Kongress vorbei handeln. Chinesische Staatsmedien deuten die Wahl dagegen als Beleg für Mängel des politischen Systems.

Deutschland. Gerhard Spörl schreibt in seiner Kolumne bei t-online, auch ein Sieg der Demokraten ändere für Trump wenig. Er regiere per Erlass, und der Supreme Court habe ihm mit der Immunität für Amtshandlungen freie Hand gegeben. „Dieser Präsident regiert seit jeher am Kongress vorbei“, schreibt Spörl (t-online, 2. November 2026, 11:02 Uhr).

Ukraine. Martin Fornusek erwartet beim Kyiv Independent, dass ein demokratischer Kongress der Ukraine wohlgesinnter wäre und die Regierung stärker kontrollieren würde. Die Außenpolitik bleibe aber in Trumps Hand. Ein Veto lasse sich nur mit zwei Dritteln in beiden Kammern überstimmen. Er zitiert James M. Lindsay vom Council on Foreign Relations: Der Kongress habe eine „schwache Bilanz“ beim Überstimmen von Vetos (Kyiv Independent, 2. November 2026, 7:44 Uhr MEZ).

Südkorea. Die Wirtschaftszeitung Asia Economy schreibt, Trump stelle sich bereits auf eine Niederlage ein. Laut ihrem New-Yorker Korrespondenten Hwang Yoon-ju sagte Trump in einem Interview mit der New York Post, er werde bei einem Sieg der Demokraten deren Gesetze mit Veto stoppen, bis sie verhandeln. Er werde dann wohl „Mister Veto“ sein (Asia Economy, 2. November 2026, 5:40 Uhr MEZ).

China. Die Staatsagentur Xinhua nennt die Wahl in einem Bericht ihres Reporters Liu Chen ein Zeugnis für Trumps Amtszeit. Die Demokraten dürften das Repräsentantenhaus gewinnen, der Senat sei offen. Vor allem sieht Xinhua drei Probleme: den wachsenden Einfluss des Geldes, die Spaltung der Parteien und sinkendes Vertrauen in Wahlen und Institutionen (Xinhua, 2. November 2026, 8:32 Uhr MEZ).

Der Unterschied liegt im Blickwinkel: Die Texte aus Deutschland, der Ukraine und Südkorea fragen nach Trumps Spielraum, Xinhua nach dem politischen System der USA. Alle Texte sind Einschätzungen der Autoren, keine Regierungserklärungen. Xinhua ist ein Staatsmedium. Frühere Presseschauen stehen unter Meldungen. Die Prognosen für beide Kammern stehen beim Senat und beim Repräsentantenhaus.

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