Presse in Belgien, Großbritannien und der Türkei sieht nach einer Niederlage einen härteren Trump nach außen
Berichte vom 1. und 2. November 2026 über Sorgen bei NATO-Diplomaten, Pläne für Regieren ohne Kongress und Israels Blick auf Iran.
In mehreren Medien außerhalb der USA zeigt sich am Tag vor der Kongresswahl eine weitere Linie. Eine Niederlage der Republikaner bremse Präsident Trump nicht nur kaum, sie könne ihn nach außen sogar härter machen. Die Berichte stützen sich überwiegend auf anonyme Quellen und auf Recherchen anderer Medien, nicht auf eigene Leitartikel.
Belgien. Die Zeitung DH berichtet, Europa fürchte, Ziel von Trumps Zorn zu werden. Sie beruft sich auf Gespräche von Politico mit fünf NATO-Diplomaten. Befürchtet werden ein weiterer Abzug von US-Soldaten aus Europa nach einer Überprüfung bis Dezember, geringere Beiträge zur NATO und Grenzen für das PURL-Programm, über das Verbündete US-Waffen für die Ukraine kaufen. Ein Diplomat sagt, Trump werde sich „sehr hart zeigen“ (DH, Camille Gnonsian, 2. November 2026, 10:50 Uhr). Das Weiße Haus widerspricht dort: Trump habe mehr für die NATO getan als jeder andere.
Großbritannien. IBTimes UK berichtet über dieselben Sorgen unter NATO-Diplomaten. Namentlich zitiert wird Montenegros Verteidigungsminister Dragan Krapović. Über einen Rückzug der USA werde viel spekuliert, das sei „bisher nicht geschehen“, über Truppenabzüge entscheide der Kongress (IBTimes UK, 2. November 2026, 12:11 Uhr MEZ).
Türkei. Hürriyet berichtet, gestützt auf den britischen Telegraph und anonyme Quellen, über Pläne im Weißen Haus, bei einem Verlust des Kongresses stärker ohne ihn zu regieren, etwa mit neuen Zöllen und strengeren Visaregeln. Eine Sprecherin des Weißen Hauses nennt das laut Hürriyet eine falsche Erzählung (Hürriyet, 2. November 2026, 5:58 Uhr MEZ).
Nahost. Euronews auf Arabisch berichtet, gestützt auf das Wall Street Journal und die israelische Zeitung Ynet, Israel bereite sich auf eine erneute Konfrontation mit Iran unmittelbar nach der US-Wahl vor. Saudi-Arabien habe die USA gebeten, einen Angriff aufzuschieben (Euronews, Chaima Chihi, 1. November 2026, 9:45 Uhr MEZ).
Alle Texte geben Befürchtungen und Berichte wieder, keine Beschlüsse. Die frühere Presseschau zur Erwartung, dass eine Niederlage Trump kaum bremst, steht unter Meldungen. Die Prognosen für beide Kammern stehen beim Senat und beim Repräsentantenhaus.