Presse in Argentinien, Brasilien und Mexiko liest die Kongresswahl aus der Lage des eigenen Landes
Berichte vom 2. November 2026 über Milei, Lula und das Handelsabkommen T-MEC, mit gegensätzlichen Erwartungen an einen demokratischen Kongress.
In der Presse Lateinamerikas zeigt sich am Tag vor der Kongresswahl eine eigene Linie. Die Zeitungen fragen vor allem, was die Wahl für die Beziehung des eigenen Landes zu Präsident Trump bedeutet. Je nach Land fällt die Erwartung an einen Kongress mit demokratischer Mehrheit gegensätzlich aus. Einig sind sich die Texte darin, dass sich die Politik des Weißen Hauses selbst kaum ändern dürfte.
Argentinien. Die Zeitung La Nación schreibt, ein Verlust der Republikaner im Kongress würde die Haltung Washingtons zu Argentinien nicht sofort entscheidend ändern. Ein Großteil der Beziehung sei am Kongress vorbei entstanden. Eine demokratische Mehrheit könne aber die Kritik an der Allianz zwischen Trump und Präsident Milei verstärken und Untersuchungen zur Finanzhilfe der USA für Argentinien aus dem Jahr 2025 anstoßen. Kezia McKeague von der Beratungsfirma McLarty Associates sagt dort: „Ich erwarte keine dramatischen Änderungen in der Beziehung zu Argentinien“ (La Nación, Guillermo Idiart, 2. November 2026, 18:52 Uhr MEZ).
Brasilien. Die Finanzseite BPMoney sieht die Wahl umgekehrt als mögliche Bremse. Eine demokratische Mehrheit in einer der beiden Kammern könne die Zölle und Sanktionen prüfen, die Trump gegen Brasilien und brasilianische Amtsträger verhängt hat. Die Seite schränkt ein: Trump behalte sein Vetorecht, und ein Wechsel der Mehrheit beende die Sanktionen nicht automatisch (BPMoney, Fernanda Capelli, 2. November 2026, 15:57 Uhr MEZ).
Mexiko. Der Sender UnoTV nennt die Wahl die erste große Prüfung für Trump. Der Kongress entscheide über Budgets und Gesetze und damit über Themen, die Mexiko und Mittelamerika direkt betreffen. Die Zwischenwahlen würden über „Migration, T-MEC und Zölle“ entscheiden (UnoTV, Miguel Escudero, 2. November 2026, 18:29 Uhr MEZ). T-MEC ist das Handelsabkommen zwischen Mexiko, den USA und Kanada.
Alle Texte geben Einschätzungen von Journalisten und Fachleuten wieder, keine Regierungsbeschlüsse. Frühere Meldungen zu Mexikos Wunsch nach einem Handelsabkommen und zu den Erwartungen anderer Länder stehen unter Meldungen. Die Prognosen für beide Kammern stehen beim Senat und beim Repräsentantenhaus.