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Midterms 2026

Kanada weist US-Vorwürfe der Einmischung in die Kongresswahl zurück

Botschafter Hoekstra spricht von möglicher Einflussnahme kanadischer Politiker, Premier Carney nennt das haltlos.

Zwischen Kanada und den USA gibt es vor der Kongresswahl Streit über Einmischung. Der US-Botschafter in Ottawa, Pete Hoekstra, wirft kanadischen Politikern vor, sie könnten Einfluss auf knappe Rennen nehmen. Die Regierung von Premierminister Mark Carney weist das zurück.

Der Vorwurf. Hoekstra äußerte sich Anfang Oktober in einem Podcast. Laut CTV News (14. Oktober 2026) nannte er die Ankündigung von Industrieministerin Mélanie Joly, Gegenzölle auf politisch sensible US-Staaten zu richten. Auch die Werbespots der Provinz Ontario gegen die US-Regierung im Jahr 2025 wertete er als politische Einmischung. Die USA beobachteten das, sagte er, und würden gegebenenfalls reagieren. Laut Canadian Press (15. Oktober 2026) verwies Hoekstra auch auf eine Rede des früheren Premiers Justin Trudeau an der Brown University. In der Woche bis zum 23. Oktober legte die US-Botschaft nach Angaben von CTV ein Papier nach, das Joly, Ontarios Premier Doug Ford und den liberalen Abgeordneten Anthony Housefather nennt. Housefather hatte im August in Florida für eine demokratische Abgeordnete geworben.

Die Antwort. Joly wies den Vorwurf am 14. Oktober zurück. Sie habe mit Demokraten und Republikanern gesprochen und in den USA um Investitionen geworben. Carney sagte am 23. Oktober in Istanbul, die Vorwürfe hätten keine Grundlage. Er sei enttäuscht, dass der Botschafter es als seine Aufgabe sehe, so etwas anzudeuten (CTV News, 23. Oktober 2026). Kanadische Diplomaten seien angewiesen, nicht mit Kandidaten gesehen zu werden. Dass die USA Kanada nach der Wahl für Verluste verantwortlich machen und mit Zöllen reagieren, erwartet Carney nicht. Vorhersagen könne er es aber nicht.

Der frühere konservative Oppositionsführer Erin O’Toole sagte CTV, Gegenzölle seien keine Wahleinmischung, sondern eine Reaktion auf die US-Handelspolitik.

Beide Seiten stellen den Streit unterschiedlich dar. Washington spricht von möglicher Einflussnahme, Ottawa von legitimer Handels- und Diplomatiepolitik. Konkrete Folgen hat die US-Regierung bisher nicht angekündigt. Wo die knappen Rennen liegen, steht beim Senat und beim Repräsentantenhaus.

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