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Midterms 2026

Im Ausland gilt die Wahl als Test für Trumps Spielraum, nicht für seinen Kurs

Was Korrespondenten, Ökonomen und ein Minister aus Europa zur Kongresswahl erwarten, Stand 1. November 2026.

In der Presse außerhalb der USA geht es vor der Kongresswahl vor allem um eine Frage: Wie viel Spielraum behält Präsident Trump in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit? Dass sich sein außen- und handelspolitischer Kurs grundlegend ändert, erwarten die meisten Stimmen nicht.

Europa. ZDF-Korrespondent Ulf Röller schreibt aus Brüssel, die europäischen Hauptstädte schauten „gebannt auf den Ausgang der Wahl“. Nach seiner Einschätzung hoffen Friedrich Merz, Donald Tusk und Emmanuel Macron insgeheim auf eine Kurskorrektur. Rechtspopulisten in Europa fürchteten dagegen eine Niederlage Trumps. Öffentlich geäußert haben sich die drei Regierungschefs dazu nicht (ZDFheute, 31. Oktober 2026).

Handel. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet laut dpa kaum Folgen für die Zollpolitik. Deutsche Firmen sollten mindestens bis Januar 2029 mit Trumps Kurs rechnen. Auch eine demokratische Mehrheit wäre nach Einschätzung des IW zu knapp, um ein Veto zu überstimmen. Dafür sind zwei Drittel in beiden Kammern nötig (Handelsblatt/dpa, 30. Oktober 2026).

Russland und China. Laut ZDF-Reporter Sebastian Ehm bevorzugt der Kreml einen Sieg der Republikaner, zeigt das aber nicht offen. Peking äußert sich nach Angaben von ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer nicht zur Wahl und verweist auf die Nichteinmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder. Beides sind Einschätzungen der Korrespondenten, keine Regierungserklärungen.

Ein anderer Blick. Al Jazeera stellt die Frage umgekehrt: Ein Sieg der Demokraten könne Europa schaden. Europäer könnten ihn als Zeichen lesen, dass Demokratien sich von selbst erholen, und den Druck auf Kiew übersehen. Der griechische Migrationsminister Thanos Plevris sagt dort, die USA hätten eine Wende in der europäischen Migrationspolitik mit angestoßen (Al Jazeera, 29. Oktober 2026).

Stimmung in der Bevölkerung. Die jüngste große Vergleichsumfrage stammt von Pew Research. In 36 Ländern trauen im Median 23 Prozent der Erwachsenen Trump zu, in der Weltpolitik das Richtige zu tun. 37 Prozent sehen die USA positiv, 57 Prozent negativ. In Kanada nennen 35 Prozent die USA einen verlässlichen Partner, 2022 waren es 83 Prozent. In Deutschland sagen 23 Prozent, die USA berücksichtigten die Interessen anderer Länder, drei Jahre zuvor 60 Prozent. Mexiko ist das einzige Land, in dem das Ansehen der USA gestiegen ist, von 29 auf 40 Prozent. Befragt wurden 42.151 Menschen vom 8. Februar bis 13. Mai 2026, also Monate vor der Wahl (Pew Research).

Die Prognosen für beide Kammern stehen beim Senat und beim Repräsentantenhaus.

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